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Als Volunteer nach Indien oder doch besser nach Australien?!

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Als Volunteer nach Indien oder doch besser nach Australien?!

Beitrag von Jessy1981 » 16 Mär 2007 19:01

Ich brauche mal einen Rat von euch.

Seit einiger Zeit spiele ich mit dem Gedanken im Sommer 4 Wochen Volunteer-Arbeit zu leisten und habe nun nach langem Suchen zwei Projekte im Auge. Entweder 'Volunteer Indien' oder 'Volunteer Australien'. Das Problem ist, dass ich mich einfach nicht entscheiden kann welches Projekt "das Richtige" für mich ist, weil ich beide sehr interessant finde.

Die Arbeit in Indien würde mich aus beruflichen Gründen total reizen (bin gelernte Erzieherin) und macht sich sicher auch ganz nett im Lebenslauf. Allerdings habe ich ehrlich gesagt auch so meine Bedenken was das Land angeht. Meine Eltern sind vor ein paar Tagen von ihrer 2-wöchigen Indien-Rundreise wiedergekommen und sind alles andere als begeistert, von daher habe ich echt etwas Schiss wenn ich mir so ihre Geschichten anhöre.

In Australien war ich bereits 2x und weiß zumindest, dass es dort "schön" ist und ein gewisser Lebensstandard und eine gute Infrastruktur herrscht, was in Indien eben so nicht vorhanden ist. Auch wenn die Aufgaben eines Volunteers dort völlig anders sind als die in Indien finde ich das Projekt ebenfalls ganz spannend und nützlich.

Eines meiner Ziele durch die Teilnahme an so einem Projekt ist u.a. vor allem auch die Kommunikation in Englisch, da ich meine sprachlichen Fähigkeiten etwas auffrischen und ausbauen möchte. Es ist ja klar, dass in Australien Englisch gesprochen wird aber spricht man wohl viel miteinander wenn man z.B. einen Weg anlegt oder auf einer Farm arbeitet? In Indien wird, wider meiner Erwartung, ziemlich schlecht Englisch gesprochen aber da das Projekt laut Ausschreibung in Englisch läuft und man ja auch mit den anderen internationalen Teilnehmern Englisch spricht ist dieser Aspekt vielleicht auch gegeben.

Mir ist klar, dass man bei beiden Projekten bereit sein muss auf gewisse Standards zu verzichten, in Indien natürlich noch viel, viel mehr als in Australien und ich weiß auch jetzt schon, dass ich sicher, egal für was ich mich vielleicht entscheiden werde, irgendwann an einem Punkt angelangt sein werde, an dem ich nicht mehr kann. Beide Projekte wären für mich eine totale Herausforderung und ein Abenteuer zugleich. Wenn ich nur schon allein an diese fetten tellergroßen Spinnen denke, denen ich bei meinen letzten Australien-Aufenthalten begegnet bin, fange ich an zu zittern.
In Indien wird mir sicher die Tatsache zu schaffen machen unter welchen Bedingungen und welcher Armut manche Menschen dort leben müssen und mir wird es bestimmt an einigem Komfort fehlen, wie z.B. nicht immer Strom und fließend Wasser zu haben. Allerdings denke ich, dass die Arbeit mit den Kindern dort auch sehr befriedigend sein wird und man das Gefühl bekommt wirklich etwas Sinnvolles getan und bewirkt zu haben.

Ich möchte unbedingt mal an so einem Volunteer-Projekt teilnehmen und plage mich nun schon seit Wochen mit der Entscheidungsfrage herum. Mal tendiere ich mehr zu Indien und dann möchte ich wieder lieber nach Australien. Innerhalb der nächsten paar Wochen muss ich mich jetzt entscheiden und weiß einfach nicht wofür. Ich habe auch schon Kontakt zu ehemaligen Teilnehmern der beiden Projekte aufgenommen aber auch die konnten mich bisher noch nicht für eines der beiden Länder überzeugen – es gibt irgendwie immer so viele Vor- und Nachteile, die mich nicht gerade weiterbringen. Vielleicht könnt ihr mir ja den entscheidenden Punkt liefern oder kennt jemanden der sowas in der Art schon gemacht und euch davon berichtet hat!

 
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Beitrag von Kristin- » 25 Mär 2007 17:17

ich glaube, das musst du selbst wissen!
ich war noch nie in indien aber ich denke, die beiden kann man nicht so sehr miteinander vergleichen...
bloß wenn du schon zweimal in australien warst wär vielleicht indien mal was neues und auch mehr herausforderung?
ich find an sich indien jetzt nicht so interessant, aber hätte ich die wahl zwischen australien und nem ähnlichen (indien ähnlich) land haben, ich glaub ich würd dann nicht australien nehmen!

willst du volunteer mit aifs machen oder mit was? ich hätt auch mal lust für kurze zeit, also vier wochen z.b., das ist bloß alles so teuer...

 
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Beitrag von Jessy1981 » 25 Mär 2007 17:47

Ja, du hast recht...letztendlich muss ich das selber wissen und gerade das ist ja das Schwierige *puh*.

Ich hatte vor so ein Projekt auf jeden Fall mit AIFS zu machen und da ich nur höchstens 4 Wochen an einem Stück von meinem Arbeitsplatz entfernt bleiben kann bietet sich da "nur" so ein Volunteer-Projekt an. Zur Zeit tendiere ich immer mehr zu Australien u.a. eben auch wegen der Sprache, weil ich weiß dass es dort sehr schön ist, die Leute sehr nett sind usw. Indien wäre in der Tat eine Herausforderung für mich, eine noch viel größere als Australien, aber irgendwie habe ich ein komisches Gefühl bei der Sache und weiß nicht, ob ich mich dort wirklich wohl fühlen würde. Man muss dort so vieles beachten, es fängt ja schon beim Essen an, geht über Hygiene bis hin zur Kultur und ich bin mir nicht sicher ob ich das schaffe. 4 Wochen können ja auch ziemlich lang sein!

Naja, ich werde mal sehen was draus wird. Werde die nächsten Tage mal bei AIFS anrufen und mich beraten lassen. Wie gesagt: Im Moment bin ich mehr für Australien :wink:

 
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Beitrag von Kristin- » 25 Mär 2007 17:50

es gibt sonst z.b. von travelworks (ist glaube ich sehr ähnlich mit aifs und arbeitet ja zumindest in australien auch mit aifs zusammen) auch andere freiwilligenprojekte, hab ich mal grad nachgeguckt. südamerika z.b. wobei da viele auch acht wochen sind, aber manche auch vier.
vielleicht wäre das eher was für dich als indien? kannst ja mal gucken :)

 
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Beitrag von Jessy1981 » 25 Mär 2007 17:56

Danke, danke da habe ich auch schon geguckt aber da ist für mich nicht so wirklich was passendes bei :wink:

Indien hatte ich auch eigentlich nur wegen der Arbeit mit Kindern ausgewählt, weil sich das ganz gut in meinem Lebenslauf machen würde. Aber ich glaube zum Englisch-Auffrischen (eines meiner Hauptziele) ist es dann doch besser in ein Land zu gehen wo Englisch die Landessprache ist und wo Englisch auch "gut" gesprochen wird, was in Indien ja nicht überall der Fall ist.

 
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Beitrag von Jessy1981 » 06 Apr 2007 15:22

Habe mich nun für Australien entschieden und angemeldet! 8) Ich freu' mich schon...

 
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Beitrag von Puschel » 18 Jun 2007 19:02

Jessy1981 hat geschrieben:Habe mich nun für Australien entschieden und angemeldet! 8) Ich freu' mich schon...

Und? wie is Australien so?
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Beitrag von Jessy1981 » 19 Jun 2007 09:21

Puschel hat geschrieben:Und? wie is Australien so?

Mein Abflug ist ja erst in zwei Wochen, also am 2. Juli, von daher kann ich noch nichts vom Volunteer Australia-Programm berichten :wink:
Da ich aber bereits schon vorher zweimal in Australien Urlaub gemacht habe kann ich schonmal sagen, dass Australien auf jeden Fall eine Reise wert ist 8)

 
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Beitrag von Jessy1981 » 02 Aug 2007 13:56

Bin seit gestern morgen wieder zu Hause :wink: Hier das Wichtigste:
Zu meinem dreiwöchigen Volunteer-Projekt wurde ich im CVA Büro in Sydney mit anderen internationalen Teilnehmern, im Alter von 18-33 Jahren, nach Bathurst (ca. 200km nordwestlich von Sydney) in den Blue Mountains eingeteilt, wo wir mit dem Zug hin fuhren. Da ich ganz genau vor 10 Jahren schon mal in dieser Gegend war wusste ich, dass es dort zu dieser Jahreszeit sehr kalt werden kann und war froh, dass ich hauptsächliche dicke Sachen, inkl. Schal und Skiunterwäsche, eingepackt hatte Diese Sachen haben sich auch bewährt, denn die Höchsttemperatur betrug 5 Grad, nachts hatten wir Bodenfrost und an zwei Tagen hat es sogar leicht geschneit. Wir haben wirklich sehr gefroren und alles übereinander angezogen was wir hatten. Während der Woche arbeiteten wir in der Umgebung und übernachteten in einsamen, einfach ausgestattetet Berghütten, in denen manchmal plötzlich kein Wasser mehr aus der Leitung kam oder dieses eiskalt war, oder in Pubs. Die Wochenenden standen uns zur freien Verfügung und wir verbrachten sie immer in Bathurst in einem Volunteer-Haus, das zwar ganz gut ausgestattet aber saumäßig kalt war, da es nur einen kleinen Heizkörper für das ganze Haus gab.

In der ersten Woche haben wir in Parkanlagen in Oberon Bäume gepflanzt, Unkraut gejätet und Rindenmulch verteilt, in der zweiten Woche haben wir in Ulan Weiden vernichtet (dazu mussten wir manchmal knietief in den eiskalten River steigen *uuah*) und sog. Trees of Heaven beschnitten, in Woche drei haben wir in der näheren Umgebung von Bathurst über 2000 Bäume gepflanzt. Zuerst habe ich mich ja gefragt, weshalb man solche Arbeiten ausgerechnet im Winter erledigen muss und erfuhr, dass sowas im Sommer wegen der ganzen giftigen Schlangen und Spinnen nicht möglich ist. Wir waren immer 8 Leute in einer Gruppe - es war anstrengend hat aber auch Spaß gemacht, weil alle sehr nett waren und wir als Volunteers ja nicht den Druck hatten jetzt unbedingt die ganze Zeit durch zu ackern. Meistens haben wir von ca. 9:30 - 14:30 Uhr, inkl. Morning Tea und Lunch, gearbeitet. Die Gegenden waren landschaftlich wirklich sehr schön und da sie ja meistens recht einsam gelegen waren konnte man viele Kängurus, Wombats und Emus in freier Wildbahn sehen. Die CVA-Teamleader waren sehr nett und professionell. Es gab immer Sicherheitseinweisungen und die entsprechende Ausrüstung. Für Essen war vom auch immer gesorgt, obwohl ich jetzt glaub' ich, wochenlang kein Sandwich mehr als Lunch sehen kann :roll:. Abends sind wir manchmal Essen gegangen, hatten BBQ oder haben selber etwas gekocht.

Es war eine ganz gute Erfahrung für mich mal an so einem Projekt teilzunehmen und irgendwie ist mir verdeutlicht worden was für einen hohen Lebensstandard ich im Grunde habe. Ich wusste von vornherein, dass es für mich als Single eine ziemliche Umstellung werden würde mit so vielen Leuten ein Haus zu teilen und ich bin auch so ziemlich jeden 2. Tag an meine Grenzen gestoßen. Es hat mich echt Überwindung gekostet meinen Ordnungs- und Sauberkeitsfimmel zu ignorieren, z.B. wenn das Badezimmer mal wieder mit Haaren übersäht war oder die Spüle voller Geschirr stand. Mit mehreren Personen ein Bad oder einen Schlafraum zu teilen ist echt ein Albtraum für mich aber ich hab’s ja glücklicherweise tapfer überlebt Mit den anderen Teilnehmern, die aus China, UK, Frankreich, Belgien, Israel, USA und Deutschland kamen, habe ich mich ganz gut verstanden und mein Ziel, meine Englischkenntnisse wieder ein wenig aufzufrischen, ist auch ganz gut geglückt. Sicher kam es vor, dass einem der ein oder andere an einem Tag mal auf den Keks ging und man sich auch mal angefaucht hat aber selbst das war eine gute Erfahrung, z.B. wenn die Asiaten an wirklich jeder Ecke stehen blieben um Fotos zu machen - ich wusste gar nicht, dass ich auf Englisch so gut meckern kann :mrgreen:

Ich war ja nun zum dritten Mal in Australien und mir hat's immer gut gefallen aber ich muss sagen, dass mich die relaxte und immer gut gelaunte Art der Australier diesmal nach ein paar Tagen mächtig genervt hat :oops:. Ich glaube ich bin in Hinsicht was Pünktlichkeit und Ordnung angeht "typisch deutsch" und außerdem habe ich noch nie zuvor knuspriges Brot so sehr vermisst wie in den letzten vier Wochen - ich kann dieses softe Zeug echt nicht mehr sehen :roll:. Auch wenn ich froh bin wieder in meinem eigenen sauberen kleinen Reich zu sein möchte ich die dreiwöchige Arbeit mit CVA nicht missen. Ich habe interessante Erfahrungen machen können und einige sehr nette Leute kennengelernt aber trotzdem muss ich zugeben, dass ich sowas jetzt nicht unbedingt noch mal machen würde...da bin ich dann doch etwas zu verwöhnt für *g*

Hier habe ich einige Fotos hochgeladen, die ich in Sydney (City, Taronga Zoo, Aquarium) und während der Volunteer-Arbeit gemacht habe.


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